Ein neuer Kurzfilm

Hier ein kleiner Einblick in die Kurzfilm-Produktion von meiner kleinen Firma tvinart.

In zwei Wochen ist es soweit und wir starten seit ein paar unschönen Erfahrungen im Januar wieder mit der Kurzfilmproduktion. Unser Werk trägt den Arbeitstitel „Couch Crime“ und wurde von meinem Bruder Tobias verfasst.

Wer kennt das nicht? Sobald bei Monopoly die Regeln herangezogen werden, ist der Abend sowieso im Eimer. Genau darum geht es bei dem Film. Lasst euch vom Ergebnis überraschen!

Doch – was muss vor dem Film alles erledigt werden? Hier ein kleiner Einblick, wie wir es immer angehen.

Die Idee muss her – Stoffentwicklung

Zuerst muss natürlich die Idee her. Die hat praktischerweise mein Bruder geliefert, sodass ich wenig machen musste in der Hinsicht. Normalerweise sitzen wir beide daran, aber jetzt hatte ich mal Glück. Bin ich beim übernächsten Film wieder dran – denn für den nächsten hat mein Bruder auch schon wieder eine Idee. Richtig gut.

Wir drehen (fast) – Drehvorbereitung

Als nächstes heißt es: Dreh vorbereiten. Das ist der größte Teil. Man hofft ja immer, das die Vorbereitung so gut ist, dass während des Drehs nichts schief geht. Leider ist das ein Märchen. Immer. Es gibt da einfach keine Ausnahme. Beim Film und Fernsehen geht einfach immer was schief. Wirklich.

Zu den Drehvorbereitungen zählt von meiner Seite aus immer das organisatorische, buchhalterische und dispositiorische Zeugs. Ich fange also mit dem Drehplan an, erstelle daraus die Drehtageliste in Absprache mit Regie und Kamera. Denn um einen Drehtag sinnvoll zu planen muss ich wissen, welche Shots gedreht werden, also wie oft das Equipment auf- und abgebaut werden muss und solche Sachen. Anhand dessen erstelle ich geschätzte Arbeitszeiten pro Szene, die dann wiederum summiert einen Drehplan ergeben. Da gibt es noch ein paar arbeitsrechtliche Themen, auf die geachtet werden muss. Ein Drehtag darf in der Regel 10 Stunden nicht überschreiten.

Ich prüfe auch, ob wir genügend Equipment haben und ob wir etwas dazumieten müssen. Da wir noch eine kleine Firma sind, müssen wir in der Regel an Kameratechnik, Licht- und Tonequipment alles zumieten. Das wird recht schnell teuer, sodass wir auf Kontakte und Alternativen zurückgreifen müssen. Wir wollen ja schließlich in unserem budgetierten Rahmen bleiben. Was ich auch immer checke ist, ob wir alle Ausstattungsgegenstände, Requisiten und Kostüme oder auch einfache Sachen wie Batterien haben. Denn ich lebe ja in der Utopie, dass es einen Drehtag gibt, an dem nun mal doch alles glatt geht. Vielleicht erlebe ich das ja irgendwann mal.

Weitere To-Do’s

Bis hierhin sind wir tatsächlich gerade gekommen und warten nun aufgeregt auf den Dreh. Das war auch nur ein kleiner Einblick in die Arbeit, die vor den Drehs anfällt. Da gehört natürlich noch mehr zu wie Finanzplanung, Kostenkontrolle, Casting, Klärung der Reisemodalitäten und so weiter. Bei einer größeren Produktion kann das alles auch gut und gern mal zwei bis sechs Wochen dauern. Aber für einen Kurzfilm von 10 Minunten Länge muss man das eigentlich nicht befürchten.

Der Film ist das Ziel – Oder doch nicht?

Oft höre ich, dass ein Film einen tiefergehenden Sinn hat – eine Kernaussage, die er mittels des Mise en Scène dem Zuschauer übermittelt. In meinen Augen reicht es tatsächlich, wenn ein Film „nur“ unterhält, ohne, dass er eine tiefergehende Botschaft vermittelt. Denn mal ehrlich – was tut denn das Fernsehen?
Ich persönlich komme ja aus der Fernsehbranche und nicht vom Film. Dennoch kann ich durchaus behaupten – und das kann hier gern jemand widerlegen – dass ein Film den Anforderungen eines Films genügt, wenn er den Zuschauer angemessen unterhält, ohne großes Autorenkino darzustellen. Das hat sicherlich auch seinen Reiz und kommt bei Kurzfilmen auch sehr oft gut an. Trotzdem reicht es mit erst einmal, wenn der Film „gefällt“ – und zwar mir, dem Hersteller.

Ob das Publikum jetzt genauso sieht, wie ich, kann ich ja zu dem Zeitpunkt der Herstellung gar nicht sagen. Übrigens – in diese „Top-oder-Flop“-Kugel kann auch Reed Hastings nicht schauen. Und auch Quentin Tarantino oder Christopher Nolan können das nicht.

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