Lasst uns etwas über Gentlemen lernen

Nach längerer Zeit lasse ich mal wieder etwas von mir hören und beende das Jahr mit einer Filmkritik zu dem Film „The Gentlemen“ von Regisseur Guy Ritchie. Achtung: nicht spoilerfrei!

Vorneweg: Ich war etwas kritisch, als ich den Film vor einigen Tagen auf den Seiten eines namhaften Streamingdienstes entdeckte. Aber als ich abends auf dem Sofa saß, habe ich mir dann doch gedacht – Sherlock Holmes hat dir damals gefallen, warum nicht also auch The Gentlemen. Immerhin hat Guy Ritchie schon mehrfach bewiesen, dass er’s einfach kann. Nun gut. Ich hab mich dann nochmal durch dem Trailer verifizieren lassen, dass sich die Zeit auch lohnen würde und dann – Film ab.

Es war ein bisschen wie bei Tenet. Von Anfang an musste ich aufpassen – und das hat sich definitiv gelohnt. Wir steigen ein in das Gespräch des Consigliere und einem wohl sehr hochrangingen Mitglied der Presse. Fantastische Dialoge ergeben sich. Es macht wirklich von Anfang an Freude, dem Ausgangspunkt der Handlung zu folgen, die in das Gespräch von Raymond Smith (Charlie Hunnan) und Fletcher (Hugh Grant) eingebettet ist. Hier wird schnell klar – jeder ist nur hinter seinem eigenen Vorteil her.

Diese Ausgangssituation wird sogar zum zentralen Handlungspunkt: Jeder bekommt nicht nur das, was er verdient, sondern das, wofür er die größten Ellbogen einsetzt. Oder, um es mit den Worten von Mickey Pearson zu sagen, „Wenn du der König im Dschungel sein willst, darfst du dich nicht wie ein König benehmen. Du musst der König sein.“ Ich glaube so ähnlich hat Matthew McConaughey seine Zeile zum Besten gegeben.

Wir verfolgen einen Drogenboss, der sein Geschäft zugunsten seiner Familie verkaufen möchte und einen Käufer sucht. Durch seine rhetorischen Fähigkeiten und auch etwas Ego findet er schließlich einen potenziellen Interessenten, doch dann geht das Spiel erst los, denn dieser versucht den Preis zu drücken und hetzt direkt einen chinesischen Drogenboss auf Pearson an.

In „The Gentlemen“ hat jeder Dreck am Stecken, aber immer auf eine feine britische Art. Das zieht die Handlung jedoch nicht ins lächerliche, verleiht aber einen herrlich komischen Touch, der dem gesamten Film gut tut. Bei der Story muss man als Zuschauer zwar aufpassen, sonst bekommt man einige wichtige Details nicht mit, aber insgesamt wird der Film durch die Komik doch locker erzählt.

Nachdem der Abspann über den Bildschirm gelaufen ist, kann ich nur sagen: Der Film mag nicht für die breite Masse gemacht worden sein, ist aber eine herrliche Unterhaltung für all diejenigen, die sich auf einen typischen Guy Ritchie-Film einlassen möchten.


The Gentlemen (2020)

Regie: Guy Ritchie
Länge: 113 Minuten
Kinostart (D): 27.02.2020

Trailer

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