Ein Mittel gegen das Wohlbefinden

Heute geht es um einen etwas älteren Film aus dem Jahre 2017. Es handelt sich um den Film „A Cure for Wellness“ von Gore Verbinski. Achtung: nicht spoilerfrei!

Nachdem ich bereits mehrfach den grandiosen Horrorfilm „The Ring“ aus dem Jahr 2002 gesehen habe und ihn jedesmal faszinierend finde, musste ich mich nun auch an einen weiteren Horrorfilm von Gore Verbinski wagen.

Ich bin mir nicht mehr sicher, in welchem Zusammenhang ich auf diesen Film gestoßen bin, aber eins muss ich auf vornweg sagen: Ich persönlich, und um meine Meinung geht es hier ja schließlich, finde den Film gut gemacht. Aber er hat eben auch Schattenseiten. Ich fange mal vorn an…

Schon durch die Filmmusik kommt ein seltsames Gefühl auf. Wenn junge Stimmen in einem Horrorfilm singen, dann ist das ja immer schaurig, aber hier hat der Komponist auch noch eine eingängige Musik gefunden, die den subtilen Horror untermalt. Das finde ich großartig, da mir persönlich die Filmmusik immer wichtig ist, egal bei welchem Film. Nur selten schafft es die Musik, das visuelle zu begleiten.

Trotzdem erinnert der Film sehr stark an „Shutter Island“, einem grandiosen Werk, das einen noch größeren Plottwist am Ende aufweist. Nun, bei „A Cure for Wellness“ ist dieser Twist leider sehr fade gelungen. Wenn am Ende ein beinahe unverwundbarer Zombie den armen Lockhard angreift, dann finde ich das wieder sehr Standardkost bis hin zum Vorwurf „Reißbrett“. Das Ende war absehbar, aber irgendwie auch sehr öde. Leider driften die meisten Thriller oder Horrorfilme am Ende in den Standard ab oder haben ein so bizarres Ende, das die großartige vielversprechende Story vom Anfang leider schlecht in Erinnerung bleibt. Ein gutes Beispiel ist hier auch „Crimson Peak“.

Dennoch schafft es der Film mit fast zweieinhalb Stunden in seinen Bann zu ziehen. Da ist zum Einen die stimmige Kulisse und die (bis auf die letzte halbe Stunde) sehr spannend und mysteriös erzählte Geschichte. Von Beginn an weiß der Zuschauer: Aha, hier ist etwas merkwürdig. Alle laufen in weiß herum und sehen so aus, als ob sie jeden Abend das Gehirn gewaschen kriegen.

Übrigens: Clean ist der Film nicht. Lockhard macht sich alle fünfzehn Minuten schmutzig, findet eklige Heilmethoden oder glitschige Aale überall. Die Ausgangssituation mit den Aalen ist und bleibt auch sehr, ich sage mal, verhalten. Denn das ist so sehr an den Haaren herbeigezogen, wie Lockhard seinen CEO Pembroke aus der Anstalt ziehen will. Da diese Hintergrundgeschichte nicht in jeder Szene dominiert, sondern das bestimmte Gefühl des Unwohlseins, das bei Horrorfilmen nun mal auftaucht, begleitet und verstärkt, stört dies nicht im Geringsten.

Die Angestellten des Sanatoriums wiederum erinnern stark an die Menschen, denen der Daemon abgeschnitten wurden. Diese kleine Referenz an „His Dark Materials“ sei mir erlaubt. Die Menschen, die im Sanatorium arbeiten, sind emotionslos, roboterhaft und distanziert. Aber genau das unterstreicht die ab der ersten Minuten merkwürdige Atmosphäre in der Anstalt – ganz, wie es sich für so einen Film gehört.

Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Schaut euch den Film an. Ein gut gemachter Thriller, der für zartbesaitete Gemüter vielleicht nicht so ganz das Richtige ist. Und mit einem Augenzwinkern füge ich hinzu: wäre da bloß ein besseres Ende…


A Cure for Wellness (2017)

Regie: Gore Verbinski
Länge: 147 Minuten
Kinostart (D): 23.02.2017

Trailer

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